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Sprachheilmodell Borstel

Das Kooperationsmodell zwischen Förderklassen mit dem Schwerpunkt Sprache der Wolfgang- Borchert- Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt emotional-sozialer Entwicklung und Sprachheilklassen) und Partnerklassen der Grundschule im Borsteler Grund besteht in Winsen seit dem Schuljahr 1994/95.

Kinder mit einem festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache aus dem Landkreis Harburg können die ersten zwei Schuljahre kooperativ in der Schule im Borsteler Grund beschult werden. Die Kinder werden auf Grundlage der curricularen Vorgaben der Grundschule unterrichtet. Die Sprachheilklassen arbeiten dabei eng mit den Grundschulklassen der jeweiligen Jahrgänge zusammen.

Organisatorisch werden die Kinder auf die Grundschulklassen eines Jahrgangs verteilt. Für die Fächer Deutsch und Mathematik kommen sie in einer sprachheilpädagogisch ausgerichteten Kleingruppe zusammen und werden dort von einer Förderschullehrkraft unterrichtet. In den übrigen Fächern nehmen sie am Unterricht ihrer jeweiligen Grundschulklasse teil und werden bei Bedarf im Rahmen der Grundversorgung begleitet und unterstützt.

Durch das parallele Arbeiten der beteiligten Lehrkräfte entsteht eine enge Kooperation zwischen Grundschule und Förderschule. Feste Teamzeiten ermöglichen gemeinsame Unterrichtsplanung und pädagogische Fallbesprechungen.

Rahmenbedingungen

  • Gruppengröße:
    In den Sprachheil-Kleingruppen lernen in der Regel 7 bis 8 Kinder. Die zugehörigen Grundschulklassen umfassen etwa 22 bis 24 Kinder.
  • Unterrichtsorganisation:
    Der sprachheilpädagogisch ausgerichtete Unterricht in Deutsch und Mathematik findet täglich parallel zum Unterricht der Grundschulklasse statt. Zusätzlich erhält jede Sprachheilgruppe wöchentlich eine weitere Sprachförderstunde. Die Inhalte orientieren sich an den Bedürfnissen der Kinder und umfassen unterschiedliche Bereiche der Sprachentwicklung. Die Förderung erfolgt praxisnah, spielerisch und lebensweltbezogen. Dabei werden auch grundlegende Aspekte des Deutschunterrichts vertieft, beispielsweise:
  • phonologische Bewusstheit,
  • grammatische Strukturen,
  • Wortschatzarbeit,
  • Schreiben nach dem Lautprinzip
  • Personale Ausstattung:
    Eingesetzt werden Grundschullehrkräfte und Förderschullehrkräfte; bei individuellem Bedarf können zusätzlich Schulassistenzen beantragt werden.
  • Räumliche Ausstattung:
    Neben den Grundschulklassenräumen steht jeweils ein zusätzlicher Raum für die Kleingruppenförderung zur Verfügung, der von mehreren Gruppen nacheinander genutzt wird.

Durch den engen Kontakt der Kinder, gerade auch in offenen Lernsituationen der Grundschulklassen, wird eine gegenseitige Akzeptanz, Zusammenarbeit und Selbstständigkeit erreicht und gefördert.

Ziel dieses Kooperationsmodells ist die umfassende sprachliche Unterstützung und ganzheitliche Förderung der Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung, so dass sie langfristig erfolgreich und zielgleich am Unterricht der allgemeinen Schule teilnehmen können. Zur Klasse 3 erfolgt dafür die Eingliederung in ihre Heimatgrundschule. Dieser Schulübergang wird im engen Austausch mit den Lehrkräften der Heimatgrundschule vorbereitet und begleitet.